Die Entwicklung der Zeitarbeitsbranche
Die Zeitarbeit ist eine der dynamischsten Branchen Deutschlands. Seit ihrer Entstehung in den 70er Jahren hat sich die Zahl der überlassenen Arbeitnehmer mehr als verzehnfacht. Dabei sah es zunächst gar nicht nach Expansion aus. Bis Mitte der 80er Jahre veränderte sich die Zahl der Zeitarbeitnehmer kaum. Erst ab 1985 begann die Zahl der Arbeitnehmerüberlassungen zu steigen - dafür aber sehr deutlich. Von 1984 bis 1990 vervierfachte sich die Anzahl der überlassenen Arbeitnehmer. Dies entsprach einer jahresdurchschnittlichen Zuwachsrate von über 20 Prozent. Auch die steuerlich erfassten Dienstleistungen der Unternehmen im Wirtschaftszweig „Überlassung von Arbeitskräften“ stiegen stark an – und zwar von 430 Mio Euro 1984 auf 1.681 Mio Euro 1990. Diese erste Expansionsphase fiel in eine Zeit, in der die gesamte Wirtschaft wuchs und allgemein ein Aufbau . Im Zeitraum 1985 bis 1990 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um zwei Millionen, während die Zahl der Arbeitslosen um 500.000 sank. Gleichwohl war das Wachstum der Zeitarbeit überdurchschnittlich. Der Anteil der Zeitarbeitnehmer an den abhängigen Erwerbstätigen insgesamt stieg von 0,13 Prozent 1984 auf 0,46 Prozent im Jahr 1990.
In einer zweiten, nunmehr gesamtdeutschen Expansionsphase hat sich die Zahl der Zeitarbeitnehmer seit 1992 nochmals vervierfacht. Die durchschnittliche jährliche Zuwachsrate war damit nicht mehr ganz so hoch wie in der ersten Expansionsphase, erreichte aber immerhin noch über 13 Prozent. Auch der steuerbare Umsatz stieg in einem vergleichbar hohen tempo. Die Leistungen stiegen von 2,2 Mrd. Euro 1992 auf knapp 8 Mrd. Euro im Jahr 2004. Das fortgesetzte Wachstum der Zeitarbeit war umso bemerkenswerter, als es anders als in der ersten Expansionsphase in den 80er Jahren nicht in einen Kontext von Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum eingebettet war, sondern inmitten einer substantiellen strukturellen Krise stattfand, die von schwachem Wachstum und Beschäftigungsverlusten charakterisiert war. In der Folge ist die relative Bedeutung der Branche in dieser zweiten Expansionsphase weiter deutlich gewachsen. Der Anteil der Zeitarbeitnehmer an allen Arbeitnehmern wuchs von 0,4 Prozent 1992 auf 1,3 Prozent im Jahr 2005.
2005 wurde mit durchschnittlich über 440.000 überlassenen Arbeitnehmern ein Rekordstand erreicht. Auch im Jahren 2006 ist die Zeitarbeit weiter kräftig gewachsen. Zum Stichtag Juli 2006 meldete die Bundesagentur für Arbeit eine Zahl von ca. 600.000.
In der Betrachtung über einen längeren Zeitraum wächst die Zeitarbeit deutlich schneller als die Gesamtwirtschaft.
Inhalt aus: AMP "Das Branchenportrait"
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